Union-Fans entern den Hertha-Dampfer

union_dampfer_448716a„Rivalität ja – Gewalt nein“ – die Fans zeigen das Motto der friedlichen Protestaktion   Foto: Hupe

120 Union-Fans buchten das blau-weiße Gründungsschiff, um gegen Fan-Gewalt zu demonstrieren.

Eine Seefahrt, die ist eisern… Spaziergänger am Kyritzer See trauten am Samstag ihren Augen nicht: Die Hertha, nach der der Berliner Sport-Club 1892 gegründet wurde, war plötzlich in Rot und Weiß unterwegs!

Das hatte seinen Grund: Union hatte Herthas Gründungsdampfer für eine Aktion gegen Gewalt geentert!

Die Aktion war lange geplant. Vor vier Wochen war die Hertha schon von den Union-Fans gebucht worden. Die Unioner trafen sich am Samstag um 11.30 Uhr am S-Bahnhof Schöneweide. Dann fuhren 80 Unioner im Bus nach Wusterhausen/Dosse. Der Rest der Truppe machte sich in Privatautos auf den Weg. Das Örtchen liegt rund eine Stunde von Berlin entfernt.

Um 14 Uhr gingen 120 Unioner an Bord der Hertha. Erst dann wurden die rot-weißen Fahnen und Transparente gehisst.

Die Hertha in eiserner Hand – in friedlicher Hand. Die Fanclubs Alt-Unioner, Wildauer Jungs und Koma-Kolonne, die die Aktion starteten, wollte sie unbedingt ohne Gewalt oder Sachbeschädigungen über die Bühne bringen.

Denn das Entern ist eine Reaktion auf die Fan-Vorfälle vorm letzten Derby im Februar (2:2). Dabei wurde im Vorfeld Unions Mannschaftsbus über Nacht von Unbekannten beschmiert. Auch die Fan-Kneipe Abseitsfalle wurde demoliert, Fensterscheiben gingen zu Bruch.

Die Eisernen wollten Gewalt aber nicht mit Gewalt beantworten. Stolz zeigten die Eisernen ihr Motto der Enterung auf einem Plakat: „Rivalität ja – Gewalt nein.“

Die Rundfahrt auf dem Kyritzer See dauerte einige Stunden. Die Laune war prächtig. Schiffbesitzer Peter Dentler: „Die Hertha-Fans beklagen ja immer, dass in Berlin drei Union-Dampfer unterwegs sind…“

Und jetzt haben die Eisernen-Fans auch noch die Hertha in Beschlag genommen. Aber nur bis Samstagabend.

Dann strahlte die Hertha wieder in blau-weiß.

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